EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Zweibrücken von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2020 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten

Bau und Streckeneröffnung

Die Planungsarbeiten der Zweigstrecke zwischen Homberg (Saar) und Zweibrücken wurden vom Eisenbahningenieur Paul Denis vorgenommen. Am 7. Mai 1857 eröffnete die Pfälzische Ludwigsbahn-Gesellschaft die Eisenbahnstrecke.

Das Empfangsgebäude Zweibrücken

Der Bahnhof war, wie damals üblich, als Kopfbahnhof gebaut worden. Neben dem Stationsgebäude gab es zwei Güterschuppen, zwischen denen sich eine Drehscheibe befand. Zusätzlich waren eine Rampe und ein Verladeplatz vorhanden. Eine Lokomotivremise und ein Kohlenlager ergänzen den Bahnhof. Im etwas später gebauten Empfangsgebäude in Seitenlage gab es einen Fahrkartenschalter, ein Gepäckschalter und je einen Warteraum für die erste und zweite sowie für die dritte Klasse. Im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 wurde der Bahnhof zerstört.

Weitere Streckeneröffnungen und Ausbauten

1872 begannen die ersten Planungsarbeiten für eine Eisenbahnstrecke von Homburg (Saar) nach Landau in der Pfalz. Dabei wurde festgestellt, dass der alte Bahnhof, der sich in der Stadtmitte befand, für die Streckenführung nicht geeignet war. Daraufhin erwarb die Ludwigsbahn-Gesellschaft ein ungenutztes Gelände westlich der Stadt. Da das Gelände ein Moor war, war eine Pfahlrostgründung notwendig. Außerdem musste eine Pumpenanlage angeschafft werden, um den Wasserstand kontrollieren zu können.

Das zweite Empfangsgebäude

Die Bauarbeiten für das neue, klassizistische Stationsgebäude begannen 1872 und endeten 1873. Der zweistöckige Mittelbau verfügte über einstöckige Flügelbauten. Durch drei Eingangstüren betraten die Reisenden eine Schalterhalle, von der aus drei Wartesäle erreicht werden konnten. In der Schalterhalle gab es Fahrkarten-, Gepäck- und Expressgutschalter.

Weitere Streckeneröffnungen und Ausbauten

Die Eröffnung der Südpfalzbahn von Landau nach Zweibrücken war am 25. November 1875. Am 1. März 1879 eröffnete die 36,8 Kilometer lange Bliestalbahn zur Reichsgrenze nach Frankreich. Ab dem 1. Janauar 1909 gehörte der Bahnhof zur Bayerischen Staatseisenbahn. Am 15. Dezember 1913 begann der Eisenbahnbetrieb auf der Hornbachbahn zwischen Zweibrücken und Hornbach. Die Verlängerung nach Brenschelbach ging am 1. Oktober 1916 in Betrieb. 1918 entstanden zwei dreistöckige Eckbauten an den Seitenfügeln. Mit der Abtrennung des Saargebietes nach 1918 verlor der Bahnhof seine Bedeutung. 1922 gliederte man den Bahnhof zur Reichsbahndirektion Ludwigshafen ein. 1941 erfolgte die Namensänderung in Hauptbahnhof Zweibrücken. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog sich der Wiederaufbau bis ins Jahr 1960 hin. 1985 stürzte der Mittelbau ein. Die Ursache wurde nicht gefunden. Im Jahr 2002 wurde der Güterverkehr komplett eingestellt und die Bahnanlagen modernisiert. 2017 wurden der DB-Servicestore im Stationsgebäude geschlossen.

Was hat sich verändert, was ist geblieben

Das Empfangsgebäude steht unter Denkmalschutz.
Die Eisenbahn “kam” am 7. Mai 1857 nach Zweibrücken. Also 22 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1835. Zweibrücken hatte zu diesem Zeitpunkt wenig Einwohner (Ende 2018 waren es 34.209 Einwohner).
Bilder Zweibrücken
Bahnhof von 1857
Luftaufnahme
Bahnhof von 1875
Bahnhof von 1857 ganz rechts Bahnhof von 1875 Hauptbahnhof Zweibrücken Hauptbahnhof Zweibrücken Planung und Konzession Landau - Rohrbach Landau (Pfalz) Hbf Rohrbach (Saar)
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